Hi Friend,
nach meinem letzten Artikel, in dem ich über den inneren Kritiker und meinen Weg aus dem Gedankenstrudel geschrieben habe, kam unter anderem ein Feedback:
„Du bist so mutig, dass du dich so verletzlich zeigst.“
Und ja, es war ein Kompliment – aber auch ein kleiner Spiegel. Denn: Es hat mich wirklich Überwindung gekostet, diesen Beitrag zu veröffentlichen. Immer wieder hörte ich diese Stimme in meinem Kopf, die flüsterte: „Manche Dinge solltest du lieber für dich behalten“. Aus Selbstschutz.
Warum ich es trotzdem gemacht habe?
Grund 1: Wachstum beginnt da, wo’s weh tut
Ich habe diesen Blog gestartet, um mich weiterzuentwickeln. Um raus aus meiner Komfortzone zu kommen. Um ehrlicher mit mir selbst zu sein. Also kann ich nicht nur Beiträge schreiben, die lustig, leicht oder inspirierend sind. Das wäre nicht nur oberflächlich – es würde mich auch nicht fordern.
Denn erst wenn ich Grenzen überschreite, spüre ich, wie weit ich wirklich gehen kann.
Und ganz nebenbei ist es das beste Training, um mir weniger Gedanken zu machen, was andere von mir denken.
Jeder veröffentlichte Beitrag ist für mich ein kleiner „No fucks given“-Meilenstein.
Außerdem mache ich etwas, was mir Spaß macht und mich erfüllt. Wann hast du das letzte Mal etwas gemacht, was dich so richtig erfüllt? 🙃
Grund 2: Social Media Kritik: Done with the fake-world
Wir leben in Zeiten von Instagram, TikTok und Co. Und so sehr diese Plattformen mal als virtuelle Tagebücher gedacht waren – diese Zeiten sind vorbei. Heute geht’s um Follower, Likes, und im besten Fall auch um Geld.
Und selbst wenn’s nicht ums Geld geht – mal ehrlich: Die wenigsten zeigen sich noch echt. Meistens sehen wir nur noch das perfekte Gesicht im perfekten Licht, im perfekten Outfit, an einem noch perfekteren Strand.
Social Media zeigt nicht, wer du bist – sondern was du hast. Und ja, irgendwie verständlich. So funktioniert nun mal unsere Gesellschaft. Aber wir müssen da nicht alle mitmachen, oder?
Ich will nicht mehr in diese Scheinwelt passen. Ich will nicht jedes Mal überlegen, ob mein Blog in diesen Rahmen passt. Und ich will auch nicht so tun, als wäre alles immer rosarot und „living my best life“.
Deshalb teile ich auch Themen, die unangenehm sind. Nicht, um schlechte Vibes zu verbreiten – ganz im Gegenteil. Ich möchte Resonanz schaffen. Dieses Gefühl, wenn jemand etwas schreibt oder sagt und du dir denkst: „Boah, same. Ich dachte, ich bin die Einzige.“
Grund 3: Ich will, dass du weißt – du bist nicht allein
Wie oft saß ich schon auf meinem Bett, völlig in meinen Gedanken verloren, und dachte: „Geht’s nur mir so?“
Und dann kam meistens dieses eine Reel oder dieser eine Satz in einem Podcast – und plötzlich fühlte ich mich verstanden.
Genau das will ich mit meinen Texten erreichen.
Nicht, weil ich die große Weisheit gebunkert habe. Sondern weil ich’s kenne.
Weil ich weiß, wie es sich anfühlt, als „starke Frau“ durchs Leben zu laufen und gleichzeitig innerlich zu strugglen.
Und falls du dir jetzt denkst:
„Ja, aber ich musste schon immer alles alleine schaffen.“
Girl, das ist keine Stärke. Das ist eine Trauma-Response.
Wir sind keine Einzelkämpfer. Der Mensch ist ein Rudeltier. Und manchmal frage ich mich wirklich, wann genau wir als Spezies so asozial geworden sind. 😂
Grund 4: Es ist okay, nicht okay zu sein
Und zum Schluss – vielleicht mein wichtigster Punkt:
Diese ganze „Ich bin immer happy“-Nummer ist einfach bullsh*t.
Die Person, die behauptet, sie hätte 24/7 Sonnenschein im Herzen, lügt. Punkt.
Jeder hat mal beschissene Tage.
Jeder hat mal innerlichen Regen.
Und genau das will ich sagen: Das ist okay.
Wir müssen aufhören, uns dafür zu schämen. Oder noch schlimmer: So zu tun, als wäre alles in Ordnung, obwohl innerlich die Hölle los ist. Deine mentale Gesundheit ist genauso wichtig wie deine physische.
Denn wenn du deine Gefühle wegdrückst – guess what? Sie kommen zurück.
Stärker.
Unerwarteter.
Und dann gibt’s… sagen wir’s nett: Kollateralschäden.
Deshalb: Sei ehrlich zu dir. Sprich es aus. Gib dir selbst den Raum.
Und wenn jemand damit nicht umgehen kann?
Dann frag dich, ob diese Person wirklich in dein Leben gehört.
Just sayin’.
Zum Schluss
Dieser Blog ist in erster Linie für mich. Ein Ort für Wachstum, Echtheit und Ausdruck – aber nur, wenn ich auch wirklich ich selbst bleibe.
Und vielleicht brauchst auch du genau das: eine kleine Erinnerung daran, dass es okay ist, du zu sein. Ohne Filter. Ohne Fassade.
Du wirst deine Wahrheit nicht finden, wenn du nur für ein Image lebst.
Es kostet dich Energie, die du besser für dich selbst nutzen könntest.
In welchem Bereich deines Lebens wärst du gerne mehr du selbst?
Schreibe mir gerne auf Instagram!
Danke, dass du hier bist! 🥰
xoxo,
Betty
Legende:
- no fucks given – bedeutet so viel wie: „Mir ist egal, was andere denken“
- trauma response – eine Verhaltensweise, die aus früheren Verletzungen oder Erfahrungen stammt
- living my best life – beschreibt den vermeintlich perfekten Lifestyle, den viele auf Social Media präsentieren
- just sayin’ – „Ich sag’s ja nur“ 😉
- bullsh*t – Tja. Quatsch. Müll. Gelogen. (Such dir was aus.)


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