Wenn der innere Kritiker zu laut wird – und wie du ihn wieder leiser drehst

By

Hey Friend,
es ist Montag. Und eigentlich hab ich kein grundsätzliches Problem mit Montagen. Vor allem nicht, wenn es sich um eine kurze Woche handelt – was sie ist. Es stehen diese Woche sogar ein paar coole Dinge an. Trotzdem: Heute war’s… schwer.

Der Wecker? Zu laut.
Das Bett? Zu weich.
Mein Kopf? Zu voll.

Und ja, vielleicht lag’s auch daran, dass um kurz nach sieben die Elektriker vor meiner Tür standen. (Wir haben seit drei Monaten kein Licht im Flur – love that for me 🙃)

Also, was ist los?


Wenn Rückzug dich nicht mehr nährt, sondern lähmt

In den letzten Wochen habe ich mich öfter zurückgezogen. Handy weg, offline sein, viel Me-Time. Eigentlich eine gesunde Praxis – wenn sie bewusst gewählt ist. Aber irgendwann merkte ich: Diese Ruhe nährt mich gerade nicht mehr. Sie lähmt mich. Ich war nicht erholt, sondern einfach müde. Brain Fog. Kein Fokus. Nur Gedankenkarussell.

Ich sage immer wieder ab, bin oft „out of order“ – nicht, weil niemand etwas mit mir unternehmen will (shout out to my friends 🩷). Im Gegenteil. Aber ich? Ich will manchmal einfach nur verschwinden. Und auch das ist okay. Aber: Rückzug ist nicht gleich Heilung. Manchmal ist es nur eine gut getarnte Flucht.


Wenn du mittendrin steckst und es nicht mal merkst

Ich bin Wassermann mit Zwilling-Aszendent – Luftzeichen durch und durch. Mein Kopf ist ständig in Bewegung. Ich weiß das. Aber oft merke ich erst spät, wenn mein Denken mich in die Enge treibt.

Heute war so ein Tag. Nichts im Außen hatte sich verändert – aber innerlich war ich nicht mehr im Einklang. Natürlich, meine Pollenallergie bringt mich körperlich gerade an meine Grenzen und das zerrt an meinen Nerven. Aber da war mehr.

Ein lauter Begleiter meldete sich zurück: mein innerer Kritiker. Und zwar in voller Lautstärke.


Wie ich mich da wieder rausgeholt habe

Ich musste mir selbst ein klares „Stopp“ setzen. Denn ganz ehrlich: Dieses ständige Gedankenkarussell bringt mich kein Stück weiter. Ich kann noch so viele Szenarien durchspielen, die Zukunft planen, mir Strategien ausdenken – am Ende kommt es sowieso anders. Warum? Weil ich keine Kontrolle habe.
Sobald sich ein Bereich meines Lebens instabil anfühlt, springt mein Kopf an. Ich rutsche in den altbekannten Fight-or-Flight-Modus, und plötzlich entstehen lauter To-do-Listen, die eigentlich gar nichts lösen – sie sollen mir nur ein Gefühl von Kontrolle geben. Sicherheit, die eigentlich nur eine Illusion ist.
Denn mal ehrlich: Wir könnten morgen von einem Meteoriten getroffen werden (dreimal auf Holz geklopft). Und dann? War die ganze Grübelei umsonst.

Was mir in solchen Momenten hilft? Erstmal verstehen, was da überhaupt abgeht. Ich muss gedanklich einen Schritt zurücktreten, in die Beobachterrolle gehen und verstehen: Was passiert hier gerade mit mir?
Also habe ich – wie so oft – einen Podcast gehört. Thema: Ego-Tod (kann ich übrigens sehr empfehlen).
Und wieder wurde mir klar: Mein Ego – oder nennen wir es inneren Kritiker – will mich nicht sabotieren. Es will mich beschützen, mich antreiben, mich weiterbringen. Denn Stillstand ist unser natürlicher Feind.
Wir Menschen sind evolutiv auf Weiterentwicklung gepolt. Sonst würden wir noch mit Steinen Feuer machen. (Checkst du?)
Aber manchmal übernimmt das Ego eben das Steuer – und dann wird es laut, hektisch, toxisch. 

Der erste Schritt war also, mir selbst bewusst zu machen:
Diese Gedanken sind nicht die Realität. Und sie sind vor allem nicht mein Ich.
Sie sind einfach nur Gedanken. Nicht mehr, nicht weniger. Und genau das anzuerkennen, hat die Tür wieder geöffnet – raus aus dem Strudel, rein in die Klarheit.


Back to earth – durch Grounding

Die OGs unter euch wissen, was jetzt kommt: Grounding. Ich habe Musik gehört. Meditiert. Geatmet. Und innerlich eine Dankbarkeitsliste erstellt – aus dem Bauch heraus. Es kam viel zusammen – die großen, aber auch kleinen Dinge.

Kurz darauf – fast magisch – kam eine Nachricht von meiner Cousine. Wir hatten lange keinen Kontakt. Ihre Worte? „Ich denke an dich. Hab dich lieb.“

Ich musste lächeln. Das war mein Zeichen. Vom Universum. Vom Leben. 


Es geht nicht um Perfektion – sondern um Bewusstsein

Es geht nicht darum, immer in High Energy zu sein. Es geht nicht darum, keine Down-Phasen zu haben. Es geht darum, bewusst hinzusehen. Und sich selbst liebevoll rauszuholen.

Dein innerer Kritiker ist nicht dein Feind. Aber du entscheidest, wie laut er sein darf.

Du darfst neue Gedanken wählen. Du darfst bewusst neue Energie wählen. Du darfst jeden Tag neu beginnen.

Und ja, ich wiederhole mich hier – aber nur, weil ich (und du) es manchmal einfach öfter hören müssen.


Was ich dir heute mitgeben will:

 ✨ Du musst nicht in dieser Spirale bleiben. Der erste Schritt ist, sie zu erkennen.
✨ Grounding hilft. Musik, Atem, Bewegung, Dankbarkeit – finde dein Tool.
✨ Dein innerer Kritiker ist laut, wenn du zu leise wirst. Also sprich mit dir – liebevoll & klar.
✨ Du bist nicht allein. Wirklich nicht.

Die Welt dreht sich schnell. Zu schnell. Jeder will mehr. Höher. Schneller. Weiter.
Aber ich? Ich will einfach nur im Jetzt sein. Nicht in der Zukunft. Nicht in der Vergangenheit.

Also falls du auch manchmal in deinen Gedanken untergehst – lies diesen Beitrag nochmal.
Und erinnere dich:
Du bist nicht allein. Und dein Kopf ist nicht dein Feind.
Er ist nur manchmal ein bisschen laut.

Was hilft dir, wenn dein Kopf zu laut wird?
Schreib’s mir in die Kommentare oder auf Instagram – ich freu mich auf deinen Real Talk.

Danke, dass du hier bist. 🥰

xoxo,
Betty


Legende:

  • OG = Original Gangster – steht sinnbildlich für die „Ersten“ oder „Erfahrenen“ unter uns
  • Grounding = Methoden zur Erdung und Rückverbindung mit dem Hier und Jetzt (z. B. Atemübungen, Meditation)
  • Overthinking = Grübeln bis zum mentalen Kurzschluss
  • Fight-or-Flight-Modus = Stressreaktion des Körpers: kämpfen oder fliehen

Hinterlasse einen Kommentar