Fastenzeit: Warum ich mich jedes Jahr darauf freue

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„Du fastest? Aber du bist doch Christin?!“

Kaum beginnt die Fastenzeit, kommen die Fragen. „Darfst du dann überhaupt essen?“ „Warum acht Wochen??“ Und mein persönlicher Favorit: „Fasten nicht nur Muslime?“
Falls du dich das auch fragst – buckle up*, denn heute nehme ich dich mit auf meinen ganz persönlichen Glaubensweg.


Wie ich Glauben früher erlebt habe

Ich bin christlich-orthodox getauft und aufgewachsen. In meiner Kindheit war Kirche Pflichtprogramm. Jeden Sonntag saß ich da und verstand die Hälfte nicht. Ich war da, weil es quality time* mit meiner Cousine war, nicht weil ich selbst eine Verbindung dazu hatte.

Mein Glaube? War damals eine Mischung aus Familientradition, Tischgebeten und vagen Vorstellungen von „Wenn du brav bist, kommt Gott gut mit dir klar“.
Erst als ich älter wurde, begann ich, Glauben wirklich zu hinterfragen. Oft wird Religion als starres Regelwerk dargestellt. Aber wie konnte das sein, wenn es so viele Religionen gibt – und alle im Kern doch dasselbe sagen?

Ich würde mich heute nicht als streng religiös bezeichnen. Eher als sehr spirituell. Ich glaube an eine höhere Kraft – nenn’ sie Gott, Universum, Mutter Natur, wie du willst. Für mich sind das alles verschiedene Namen für dieselbe Energie, die in uns allen steckt.


Schutzengel und „Zufälle“, die keine waren

Ich kann nicht zählen, wie oft ich in Situationen war, die übel hätten ausgehen können. Wirklich übel. Manchmal war es ein Moment der Intuition, der mich rettete. Manchmal eine schicksalhafte Begegnung.

Irgendwann fiel mir auf: Das kann doch kein Zufall sein?
Ich begann, Gott aktiv um Zeichen zu bitten. Und sie kamen. Immer. Ich lernte, zu vertrauen – auch wenn ich im ersten Moment nicht verstand, warum Dinge passierten.

Heute weiß ich: Alles, was mir passiert, geschieht für mich, nicht gegen mich. Dieses Vertrauen hat mich auch dazu gebracht, bewusster mit mir selbst umzugehen – und genau hier kommt das Fasten ins Spiel.


Warum ich faste – und warum ich es liebe

Anfangs fastete ich aus Dankbarkeit. Ich wollte Gott zeigen, dass ich meine „Sünden“ bereue, dass ich bewusst auf Dinge verzichte, um ihn zu ehren.
Heute faste ich immer noch aus Dankbarkeit, aber vor allem tue ich es für mich.

Die Fastenzeit ist für mich ein Reset – körperlich, mental und spirituell.

  • Ich werde achtsamer. Ich muss bewusst darauf achten, was ich esse und was ich meinem Körper zuführe. Und seien wir ehrlich: Wir brauchen diesen Detox.
  • Ich werde klarer im Kopf. Wenn ich faste, denke ich bewusster nach. Ich achte darauf, was ich sage, was ich denke, worauf ich meine Energie richte.
  • Ich komme mir selbst näher. Fasten zwingt mich, innezuhalten. Mich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Mehr zu beten. Mehr Dankbarkeit zu fühlen.

Und ganz ehrlich? Nach all den Jahren kann ich mir nicht mehr vorstellen, ohne diese Zeit zu leben. Ich freue mich regelrecht darauf.


Fasten verbindet mich mit meiner Familie

Ich faste nach den orthodoxen Regeln – nicht, weil ich muss, sondern weil es mich mit meiner Familie verbindet. An Ostersonntag das Fasten gemeinsam mit meiner Mama zu brechen, ist für mich eines der schönsten Dinge.

Und das Beste daran? Mein Körper gewöhnt sich daran. Nach ein paar Wochen fühlt sich dieser Lifestyle so gut an, dass ich ihn automatisch länger beibehalte. Die bewusste Ernährung, die Achtsamkeit, das Vertrauen – es bleibt.


Was Fasten mich gelehrt hat

Egal, woran du glaubst oder ob du überhaupt fastest – diese Zeit kann eine riesige Chance sein.

Für einen Neubeginn.
Für mehr Bewusstsein im Alltag.
Für einen tieferen Blick nach innen.

Du musst nicht fasten, um bewusster zu leben. Aber vielleicht kannst du diese Zeit nutzen, um mehr in dich hineinzuhören. Denn das ist am Ende das, worum es wirklich geht.

Lass mich wissen: Hast du schon mal gefastet? Wenn ja, was hat es mit dir gemacht? Schreib’s mir in die Kommentare oder auf Instagram – ich freue mich auf den Austausch!

Danke, dass du hier bist. ❤️

xoxo,
Betty


Legende:

  • buckle up – Schnall dich an! Oder auch: Bereite dich auf eine wilde Fahrt vor. (In diesem Fall eine Reise durch meine Gedankenwelt 😄)
  • quality time – Gemeinsame Zeit, die wirklich zählt.
  • detox – Ein Entgiftungsprozess – sowohl für den Körper als auch für den Geist. 

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