Ohne Fleiß keinen Preis? Lass mal überdenken.

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Hey! Schön, dass du (wieder) da bist!
Heute fällt es mir ehrlich gesagt schwer, diesen Artikel zu schreiben. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich mich nicht für einen Gedanken entscheiden kann. Aber hey, der Ansatz ist schon mal da.
Zumindest geht es mir gesundheitlich besser als letzte Woche – auch wenn ich viel zu früh wieder arbeiten gegangen bin. Am Abend davor hatte ich mich mit einer Freundin ausgetauscht, die meine Entscheidung, so schnell wieder loszulegen, ziemlich kritisch sah. Sie meinte etwas wie: „Du bist eben ein Hustler*, so wie ich auch.“ Und ja, sie hat recht.

Hustler-Mentalität: Fluch oder Segen?
Meine Hymne war früher „Diva“ von Beyoncé. Kennst du die Zeile: „Diva is a female version of a hustler“? Das war mein Motto. Schon immer. Während andere an den Wochenenden entspannten, habe ich gearbeitet. In den Ferien? Gearbeitet. Im Studium, während meine Kommilitonen gefeiert haben? Gearbeitet. Es war wie ein innerer Motor, der mich angetrieben hat. Finanziell unabhängig sein, immer auf eigenen Beinen stehen – das war meine Mission. Und als ich mit 18 ausgezogen bin, war klar: Ich zieh das durch.

Und klar, es hat funktioniert. Meine Eltern haben mich unterstützt, wo sie konnten, aber ich wollte es allein schaffen. Und das habe ich. Aber um welchen Preis? Meine Noten litten, ich war ständig müde, und doch fühlte ich mich immer getrieben. Natürlich bin ich dankbar, dass ich das alles geschafft habe. Aber ich merke immer mehr, dass dieser „Hustle“-Modus einen Preis hat – und zwar einen, den ich nicht mehr bereit bin zu zahlen.

Ohne Fleiß keinen Preis? Wirklich?

Wir wachsen mit dem Glaubenssatz auf, dass man immer erst etwas leisten muss, um etwas zu verdienen. Geld, Liebe, Wohlstand – alles muss „verdient“ werden. „Von nichts kommt nichts.“ Aber ich hinterfrage das heute. Warum glauben wir, dass wir ständig leisten müssen, um Anerkennung oder Wertschätzung zu bekommen?

Diese „Hustler“-Mentalität erlaubt es mir nicht mal, ein paar Tage im Bett zu bleiben, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Lieber schleppe ich mich ins Büro, obwohl ich mich nicht fit fühle, und bin am Ende des Tages völlig fertig mit der Welt. Das Problem ist nicht mein Job – der Druck kommt ganz allein aus mir selbst. Es ist dieser innere Antreiber, der mir sagt, dass unproduktive Tage gleich Stillstand bedeuten.

Aber hier ist die Wahrheit: Was bringt es mir, durchgehend zu rennen, wenn ich dabei vergesse, wofür ich überhaupt laufe?


Gelassenheit beginnt bei mir

Ich wünsche mir ein entspanntes Leben – aber ich muss mir das auch erlauben. Gelassenheit beginnt in mir. Wenn ich ständig unter Druck stehe, immer mehr leisten zu müssen, dann wird mir das Universum genau das spiegeln. Denn das Leben gibt mir das, was ich denke zu verdienen.

Wenn ich glaube, dass ich nur durch harte Arbeit Wertschätzung und Erfolg verdienen kann, werde ich mich immer in solchen Situationen wiederfinden. Aber was wäre, wenn ich mir erlaube, wertvoll zu sein – auch ohne mich ständig zu überarbeiten? Wenn ich mich selbst wertschätze, dann ziehe ich auch diese Wertschätzung an.


Glückspilze? Oder doch ein anderes Mindset*?

Kennst du das? Manche Menschen werden als „Glückspilze“ bezeichnet, weil bei ihnen alles zu laufen scheint. Sie haben beruflichen Erfolg, finden plötzlich die perfekte Wohnung oder gewinnen gefühlt immer im Leben. Aber weißt du was? Das hat nichts mit Glück zu tun. Diese Menschen erlauben sich, das Glück anzunehmen. Sie glauben, dass sie es verdienen – auch ohne, dass sie sich dafür komplett aufopfern.

Ich merke, dass ich noch viel von dieser Denkweise lernen darf. Mir vorzustellen, dass das Leben auch ohne diesen ewigen Hustle* gut sein kann, fühlt sich manchmal fast utopisch an. Aber ich arbeite daran, meinen Wert nicht an meine Produktivität zu knüpfen.


Warum ich mich von der Hustler-Mentalität verabschiede:

  • Mein Wert hängt nicht von meiner Produktivität ab.
    Ich bin wertvoll, weil ich bin – und du bist es auch.
  • Ruhe ist keine Schwäche.
    Pausen machen mich nicht faul, sondern helfen mir, meine Energie wieder aufzuladen.
  • Weniger Stress, mehr Lebensqualität.
    Wenn ich den Druck loslasse, kann ich das Leben wieder genießen.
  • Ich ziehe an, was ich ausstrahle.
    Wenn ich daran glaube, dass ich ohne Dauerstress glücklich und erfolgreich sein kann, dann ziehe ich genau das in mein Leben.

Ein Leben ohne ständigen Hustle*

Es ist okay, nicht ständig zu leisten. Es ist okay, Pausen zu machen. Es ist okay, „unproduktiv“ zu sein – denn manchmal liegt genau darin die größte Produktivität. Unser Körper, unser Geist und unser Herz brauchen Zeit, um zu regenerieren. Und weißt du was? Ich bin wertvoll, einfach weil ich bin. Ich muss nichts tun, um Liebe oder Anerkennung zu verdienen.

Was denkst du über die Hustler-Mentalität? Fühlst du dich manchmal auch gefangen in diesem Druck, immer etwas leisten zu müssen? Schreibe mir deine Gedanken dazu – ich freue mich, von dir zu lesen!

xoxo,
Betty


Legende:

  • Hustler: Jemand, der immer hart arbeitet und sich durchkämpft.
  • Hustle: Der unermüdliche Einsatz, um etwas zu erreichen – oft verbunden mit Stress.
  • Mindset: Die innere Einstellung oder Denkweise.

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