Von Tagebuchschlössern und Cringe-Momenten: die angst vor der sichtbarkeit…

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… und wie ich gelernt habe sie zu ignorieren

Das Schreiben und ich – das war Liebe auf den ersten Blick. Ich erinnere mich noch genau an mein erstes Tagebuch mit 12. Neon-pink und Oldschool, mit einem kleinen Schloss, das jeder mit einem Büroklammer-Trick knacken konnte. Aber hey, es fühlte sich geheimnisvoll an, also schrieb ich. Jahrelang. Seite um Seite, nur für mich. Es war meine Art, den Alltag zu verarbeiten und meine Gedanken zu ordnen. Und dann kam Corona.

Ach, Corona. Die Zeit, in der wir alle plötzlich Hobby-Bäcker, TikTok-Tänzer oder Day-Drinker wurden. Irgendwann reichte mir der Chardonnay um 15 Uhr nicht mehr, und ich suchte mir ein neues Hobby. Schreiben! Ich begann mit Kurzgeschichten und Poesie. Und ich muss sagen, es lief gut. Mein engster Kreis durfte sich meine Werke anschauen, und ich bekam richtig gutes Feedback. So gut, dass mein Ego einen kleinen Höhenflug machte.

Natürlich musste ich das Ganze dann auch wieder perfekt machen. Ich las wie verrückt, schaute YouTube-Videos von Autoren und versuchte, alles zu durchdenken. Spoiler: Das ist der Moment, an dem ich anfange, Dinge zu verkrampfen. Als die Pandemie langsam vorbei war und der Alltag wieder Normalität annahm, verschwand mein Schreib-Flow genauso schnell wie die Tik-Tok-Trends. Aber da war trotzdem dieses Jucken in meinen Fingern – diese leise Stimme, die sagte: Du willst etwas Eigenes erschaffen.

Sichtbarkeit: Der Drahtseilakt zwischen Angst und Mut

Und dann kam sie: die Angst vor der Sichtbarkeit. Kreative Arbeit zu zeigen, ist ungefähr so, als würde man nackt auf einer Bühne stehen. Man öffnet sich komplett. Was, wenn die Leute meine Texte nicht mögen? Was, wenn sie denken, das ist alles Quatsch? Kreatives Schaffen ist so persönlich, dass die Vorstellung von Kritik oder Ablehnung sich fast körperlich anfühlen kann.

Aber dann fragte ich mich: Was ist die Alternative? Soll ich mich für immer verstecken, nur weil andere Menschen vielleicht eine Meinung haben könnten? Das wäre so, als würde ich diesen Leuten die Fernbedienung zu meinem Leben geben. Und mal ehrlich, das gefällt mir (und meinem inneren Rebell) überhaupt nicht.


Der Aha-Moment: Kritik gibt’s sowieso

Eines Tages stolperte ich über ein YouTube-Video. Die Creatorin sprach über die Angst vor Sichtbarkeit, und plötzlich machte es “klick”. Ihre Worte: „Verstecken schützt dich nicht vor Kritik.“ Die Wahrheit ist: Die Leute reden sowieso. Egal, ob du dich zeigst oder nicht. Ob du einen Blog startest, ein Lied schreibst oder ein Bild malst – irgendjemand wird immer eine Meinung haben. Aber weißt du was? Das ist nicht mein Problem.

Was mich wirklich aufhielt, war nicht nur die Meinung anderer. Es war die Angst davor, mein Potenzial nicht voll auszuschöpfen. Die Angst, dass ich meine Chance verpassen könnte, weil ich mich nicht getraut habe. Die Wahrheit ist: Wer sich zeigt, zieht die richtigen Menschen an. Die, die dich feiern. Die, die dich unterstützen. Und die, die dich nicht feiern? Tja, wie Cardi B schon sagte: „I wanna thank my haters. They be downloading my stuff so they can hear and talk crap about it—but it benefits me.“

Wachstum beginnt außerhalb der Komfortzone

Ich habe verstanden, dass dieser cringe Moment, wenn ich auf „Posten“ klicke, einfach dazugehört. Es ist wie ein Muskel, den du trainierst. Jedes Mal wird es leichter, sich zu zeigen, und jedes Mal wächst du ein bisschen mehr. Der Schritt aus der Komfortzone fühlt sich anfangs schrecklich an, aber irgendwann schaust du zurück und bist stolz, dass du den Mut hattest.

Denn niemand, der wirklich groß geworden ist, hat im Verborgenen gewartet, bis sich alles von selbst ergibt. Jeder musste irgendwann diese unangenehme Hürde nehmen und sich zeigen – auch wenn es manchmal weh tut.


Was würde passieren, wenn du es einfach machst?

Die Meinung anderer hat nur so viel Macht, wie du ihr gibst. Und seien wir ehrlich: Es ist Zeit, diese Macht zurückzuholen. Energy flows where focus goes. Also warum nicht deine Energie darauf lenken, etwas Großartiges zu erschaffen? Zeig dich. Schreib. Poste. Tu, was auch immer dein Herz höher schlagen lässt. Die Welt braucht mehr Menschen, die mutig sind – und wer weiß, wen du damit inspirierst.

Welchen Wunsch hast du, den du aus Angst vor der Sichtbarkeit nicht erfüllst?
Slide in my DM’s and tell me.

xoxo,
Betty


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